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Mein Aus­lands­se­mes­ter in Is­tan­bul, Türkei

Vier Mo­na­te, zwei Kon­ti­nen­te, un­zäh­li­ge Eindrücke 

Zwi­schen Si­mit-Stän­den, Ba­sa­ren und Vor­le­sun­gen – mein Le­ben in Istanbul. 

Im Rah­men mei­nes dua­len Stu­di­ums an der DHBW Stutt­gart hat­te ich die Mög­lich­keit, vier Mo­na­te mei­ner Theo­rie­pha­se an der Ka­dir Has Uni­ver­si­ty in Is­tan­bul zu ver­brin­gen. Dank der groß­ar­ti­gen Un­ter­stüt­zung der DHBW, des Eras­mus+ Pro­gramms und der TecAlliance ver­lief die Or­ga­ni­sa­ti­on rei­bungs­los – und schuf Raum für eine der in­ten­sivs­ten und be­rei­cherns­den Er­fah­run­gen mei­nes Studiums. 

Als ich Ende Ja­nu­ar an­kam, wur­den wir in­ter­na­tio­na­len Gast­stu­den­ten von ei­nem en­ga­gier­ten Team von Ka­dir Has-Stu­die­ren­den emp­fan­gen, das sich sehr um alle in­ter­na­tio­na­len Gäs­te küm­mer­te. Schon nach kur­zer Zeit ent­stan­den enge Freund­schaf­ten mit Men­schen aus al­ler Welt. Ge­mein­sam er­leb­ten wir un­ver­gess­li­che Mo­men­te: Stadt­tou­ren, Boots­fahr­ten, Yacht­par­tys, Seil­bahn­fahr­ten, krea­ti­ve Work­shops und Rei­sen nach Kap­pa­do­ki­en und An­ta­lya füll­ten un­se­re Wo­chen mit Le­ben und Vielfalt. 

Mein All­tag in Is­tan­bul war ge­prägt von Of­fen­heit, Herz­lich­keit und ei­nem stän­di­gen le­ben­di­gen Trei­ben. Ich leb­te mit­ten in ei­nem be­leb­ten Vier­tel vol­ler Wo­chen­märk­te, Ba­sa­re und Stra­ßen­ver­käu­fer – ein Ort, an dem die Stadt wirk­lich nie­mals schläft. Ob mor­gens beim Tee, Han­deln mit dem Ge­mü­se­händ­ler oder abends beim Si­mit-Kauf an je­der Ecke: Über­all be­geg­ne­te mir ech­te Gast­freund­schaft. Die­se all­täg­li­chen Be­geg­nun­gen und die En­er­gie der Stadt ha­ben Is­tan­bul für mich un­ver­gess­lich gemacht. 

Auch das Studium an der Ka­dir Has Uni­ver­si­ty war sehr in­spi­rie­rend. Die Lehr­ver­an­stal­tun­gen wa­ren pra­xis­nah und sehr in­ter­ak­tiv – mit Grup­pen­ar­bei­ten, Port­fo­li­os und ei­nem of­fe­nen Aus­tausch mit jun­gen, mo­ti­vier­ten Do­zie­ren­den. Be­son­ders nach dem schwe­ren Erd­be­ben war die Ge­mein­schaft un­ter den Stu­die­ren­den spür­bar – eine Er­fah­rung, die weit über das Fach­li­che hinausging. 

Die Stadt selbst ist vol­ler Ge­gen­sät­ze: Auf der eu­ro­päi­schen Sei­te gibt es his­to­ri­sche Vier­tel und tra­di­tio­nel­le Ca­fés, Ba­sa­re und os­ma­ni­sche Bau­wer­ke und Se­hens­wür­dig­kei­ten, auf der asia­ti­schen mo­der­ne Bars, Märk­te und Ufer­pro­me­na­den, Strän­de so­wie Sport­sta­di­en. Orte wie Ka­dı­köy, Fa­tih und Şiş­li ha­ben mir ge­zeigt, wie viel­schich­tig und le­ben­dig Is­tan­bul ist – stän­dig in Be­we­gung, im­mer wie­der über­ra­schend und je­den Tag völ­lig spon­tan. Wenn man sich voll und ganz auf das Le­ben ein­lässt, konn­te man die Ge­schich­ten und Kul­tu­ren vie­ler ein­zel­ner haut­nah miterleben. 

Durch die vie­len Be­geg­nun­gen konn­te ich mein Tür­kisch ver­bes­sern und fand mich schnell im All­tag zu­recht – so­gar beim Aus­fül­len der be­rüch­tig­ten For­mu­la­re als Lang­zeit­gast in der Türkei. 

Ich wer­de die­se Mo­na­te nie ver­ges­sen. Is­tan­bul ist laut, le­ben­dig, bunt – und gleich­zei­tig vol­ler klei­ner, stil­ler Mo­men­te. Es ist ein Ort, der ver­bin­det. Und ich freue mich jetzt schon dar­auf, bald wie­der zu­rück­zu­keh­ren. Denn die­se Stadt fühlt sich längst nicht mehr fremd an. 

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