Fünf Monate in Santiago de Chile zu verbringen, war eine der schönsten Erfahrungen, die ich bisher machen durfte. Ich hatte die Möglichkeit, an der Facultad de Economía y Negocios (FEN) der Universidad de Chile zu studieren und dabei nicht nur ein neues Hochschulsystem kennenzulernen, sondern auch ein Land, das mich vom ersten Tag an begeistert hat. Dank der tollen Unterstützung von TecAlliance verlief die Organisation meines Auslandssemesters von Anfang an reibungslos, sodass ich mich voll und ganz auf diese einmalige Erfahrung konzentrieren konnte. Dafür bin ich sehr dankbar.
Schon bei unserer Ankunft wurden wir vom International Office und den FEN Buddies herzlich empfangen. Jeder Austauschstudent hatte einen Buddy, der uns den Einstieg erleichterte und uns bei organisatorischen Fragen unterstützte. Schnell entstand eine große internationale Gemeinschaft mit Studierenden aus aller Welt. Aus gemeinsamen Ausflügen, Lernsessions und spontanen Abenden wurden schnell echte Freundschaften, die weit über das Auslandssemester hinaus bestehen bleiben werden. Die engagierten FEN Buddies organisierten regelmäßig gemeinsame Aktivitäten und sorgten dafür, dass wir uns von Anfang an willkommen fühlten. Ein Highlight waren dabei natürlich auch die legendären Miércoles Po-Partys, bei denen sich jeden Mittwoch Studierende und Austauschschüler in wechselnden Clubs trafen.
Auch das Studium an der FEN war eine spannende Erfahrung und unterschied sich deutlich von dem, was ich von der DHBW gewohnt war. Der Unterricht war sehr praxisnah gestaltet und bestand nicht nur aus Vorlesungen, sondern auch aus Quizzen, Midterms, Gruppenarbeiten und mehreren Zwischenprüfungen während des Semesters. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein Field Trip im Kurs Environmental Economics, bei dem wir die Inhalte direkt außerhalb des Hörsaals erleben konnten. Diese abwechslungsreiche Art des Lernens hat den Unterricht sehr interessant gemacht und neue Perspektiven eröffnet.
Santiago selbst hat mich ebenfalls begeistert. Die Stadt liegt eingebettet zwischen den Anden und bietet die perfekte Mischung aus Großstadt und Natur. Nach den Vorlesungen konnte man in kurzer Zeit Wanderungen unternehmen und den Blick über die Stadt oder die Aussicht auf die schneebedeckten Berge genießen. Gleichzeitig gibt es unzählige Cafés, Parks und Viertel zu entdecken, sodass einem nie langweilig wird.
Ein absolutes Highlight meines Auslandssemesters war die Besteigung des Vulkans Villarrica, des aktivsten Vulkans Chiles. Ausgerüstet mit Steigeisen und Eispickel ging es früh morgens Schritt für Schritt den schneebedeckten Vulkan hinauf – ein anstrengender Aufstieg, der mit einer unglaublichen Aussicht und dem Blick in den rauchenden Krater belohnt wurde. Das eigentliche Abenteuer begann jedoch erst beim Abstieg: Statt zu laufen rutschten wir bei Sonnenuntergang durch den Schnee den Vulkan hinunter. Ein Moment, der sich fast unwirklich anfühlte und definitiv zu meinen schönsten Erinnerungen gehört.
Ein weiterer großer Vorteil ist die Lage Chiles. Von Santiago aus lässt sich nicht nur das Land selbst hervorragend erkunden, sondern auch der Rest Südamerikas. Neben Ausflügen innerhalb Chiles konnte ich Rio de Janeiro, Argentinien, Uruguay, Bolivien und Peru bereisen. Besonders beeindruckt haben mich die Atacama-Wüste mit ihren Salzlagunen, Flamingos, Llamas, Vicuñas und den surrealen Landschaften des Valle de la Luna sowie die Salar de Uyuni in Bolivien. Aber auch Wochenendtrips nach Valparaíso, Viña del Mar, Pichilemu oder in die Weinregionen rund um Santiago und Mendoza machten das Auslandssemester zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Rückblickend war mein Auslandssemester viel mehr als nur ein Studium im Ausland. Ich durfte eine neue Kultur kennenlernen, an einer großartigen Universität studieren, Freundschaften mit Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern schließen und unzählige unvergessliche Erinnerungen sammeln. Chile hat mich mit seiner beeindruckenden Natur, der Herzlichkeit der Menschen und seiner besonderen Lebensfreude vollkommen begeistert. Die fünf Monate sind viel zu schnell vergangen, aber die Erfahrungen und Begegnungen werden mich noch lange begleiten. Für mich steht schon jetzt fest: Ich werde auf jeden Fall nach Chile zurückkehren!



