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AWS Com­mu­ni­ty Day DACH in Ber­lin 2026

Am 15. Sep­tem­ber hat­te ich die Ge­le­gen­heit, am AWS Com­mu­ni­ty Day DACH in Ber­lin teil­zu­neh­men. Die Ver­an­stal­tung bot zahl­rei­che Ein­bli­cke in ak­tu­el­le Ent­wick­lun­gen rund um Cloud Com­pu­ting, künst­li­che In­tel­li­genz und mo­der­ne Soft­ware­ent­wick­lung. Be­son­ders auf­fäl­lig war, dass sich vie­le Vor­trä­ge mit dem Zu­kunfts­the­ma au­to­no­mer KI-Agen­ten be­schäf­tig­ten. Da­bei stan­den vor al­lem die The­men Con­text En­gi­nee­ring, Loop En­gi­nee­ring, Agen­tic Co­ding so­wie die si­che­re Aus­füh­rung von KI-ge­ne­rier­tem Code in Sand­bo­xes und Mi­croVMs im Mittelpunkt.

Der ers­te Vor­trag, „Con­text En­gi­nee­ring: Why Your Agent’s Me­mo­ry Is an Ar­chi­tec­tu­re De­cis­i­on“, be­schäf­tig­te sich mit der Fra­ge, wie KI-Agen­ten auf die rich­ti­gen In­for­ma­tio­nen zu­grei­fen. An­hand ei­nes Pra­xis­bei­spiels wur­de ge­zeigt, dass ein Agent trotz kor­rek­ter Do­ku­men­ta­ti­on ei­nen Pro­duk­ti­ons­vor­fall nicht rich­tig be­wer­ten konn­te, da ihm In­for­ma­tio­nen über den ak­tu­el­len Sys­tem­zu­stand fehl­ten. Die zen­tra­le Bot­schaft war, dass mo­der­ne KI-Agen­ten nicht aus­schließ­lich auf Wis­sens­da­ten­ban­ken oder Vek­tor­su­chen an­ge­wie­sen sind. Statt­des­sen be­nö­ti­gen sie un­ter­schied­li­che Da­ten­quel­len für ver­schie­de­ne Ar­ten von Kon­text, bei­spiels­wei­se ak­tu­el­le Be­triebs­da­ten, his­to­ri­sche In­for­ma­tio­nen oder Do­ku­men­ta­tio­nen. Da­durch wur­de deut­lich, dass Con­text En­gi­nee­ring künf­tig eine wich­ti­ge Rol­le bei der Ent­wick­lung leis­tungs­fä­hi­ger KI-Sys­te­me spie­len wird.

Im An­schluss be­such­te ich den Vor­trag „AI Agents Need Sand­bo­xes: Why AWS Built Lamb­da Mi­croVMs“. Hier wur­de die Her­aus­for­de­rung the­ma­ti­siert, KI-Agen­ten si­cher mit ei­gen­stän­dig aus­ge­führ­tem Code ar­bei­ten zu las­sen. Da Agen­ten zu­neh­mend Auf­ga­ben über­neh­men, die über die rei­ne Code­ge­nerie­rung hin­aus­ge­hen, müs­sen sie Pro­gram­me star­ten, Da­ten ver­ar­bei­ten und Be­rech­nun­gen durch­füh­ren kön­nen. AWS stell­te da­für so­ge­nann­te Lamb­da Mi­croVMs vor. Die­se iso­lier­ten Lauf­zeit­um­ge­bun­gen er­mög­li­chen es, von ei­ner KI er­zeug­ten Code si­cher aus­zu­füh­ren, ohne an­de­re Sys­te­me zu ge­fähr­den. Be­son­ders in­ter­es­sant war die Live-De­mons­tra­ti­on, bei der ein Agent ei­gen­stän­dig Code in­ner­halb ei­ner iso­lier­ten Mi­croVM aus­führ­te. Der Vor­trag mach­te deut­lich, dass Sand­bo­xes und Mi­croVMs in Zu­kunft eine zen­tra­le Rol­le spie­len wer­den, wenn KI-Agen­ten im­mer mehr Ver­ant­wor­tung übernehmen.

Den Ab­schluss mei­nes Ta­ges bil­de­te der Vor­trag „Every Buil­der Ships: Sca­ling Agen­tic En­gi­nee­ring with Kiro at the Bun­des­li­ga“. Die­ser kon­zen­trier­te sich dar­auf, wie KI-Agen­ten in pro­fes­sio­nel­len Ent­wick­lungs­teams ein­ge­setzt wer­den kön­nen. Wäh­rend vie­le De­mons­tra­tio­nen zei­gen, wie ein­zel­ne Ent­wick­ler durch KI schnel­ler ar­bei­ten, wur­de hier die Ska­lie­rung auf gan­ze Teams be­trach­tet. Vor­ge­stellt wur­de die Platt­form Kiro, die Agen­ten mit­hil­fe von Re­geln, Spe­zi­fi­ka­tio­nen, Skills und au­to­ma­ti­sier­ten Prüf­me­cha­nis­men steuert.

Be­son­ders span­nend war da­bei das Kon­zept des Loop En­gi­nee­rings. An­ders als beim klas­si­schen Prompt En­gi­nee­ring, bei dem die Qua­li­tät stark von ei­ner ein­zel­nen Ein­ga­be ab­hängt, ar­bei­ten Agen­ten hier in kon­ti­nu­ier­li­chen Feed­back­schlei­fen. Sie ana­ly­sie­ren eine Auf­ga­be, er­stel­len eine Lö­sung, füh­ren Tests aus, be­wer­ten die Er­geb­nis­se und op­ti­mie­ren ihre Ar­beit an­schlie­ßend selbst­stän­dig. Die­ser Vor­gang wie­der­holt sich, bis die ge­wünsch­ten Qua­li­täts­an­for­de­run­gen er­füllt sind. Da­durch ver­schiebt sich die Rol­le von Ent­wick­lern zu­neh­mend von der di­rek­ten Pro­gram­mie­rung hin zur De­fi­ni­ti­on von Pro­zes­sen, Re­geln und Qualitätsstandards.

Ein deut­lich er­kenn­ba­rer Trend al­ler be­such­ten Vor­trä­ge war der Wan­del von klas­si­schen KI-As­sis­ten­ten hin zu Agen­tic Co­ding. KI-Sys­te­me sol­len künf­tig nicht nur Vor­schlä­ge lie­fern, son­dern ei­gen­stän­dig Auf­ga­ben be­ar­bei­ten und Ent­schei­dun­gen vor­be­rei­ten. Da­für be­nö­ti­gen sie je­doch drei we­sent­li­che Kom­po­nen­ten: den rich­ti­gen Kon­text durch Con­text En­gi­nee­ring, kon­ti­nu­ier­li­che Ver­bes­se­rungs­me­cha­nis­men durch Loop En­gi­nee­ring so­wie si­che­re Aus­füh­rungs­um­ge­bun­gen in Form von Sand­bo­xes oder MicroVMs.

Ins­ge­samt war der AWS Com­mu­ni­ty Day DACH für mich eine sehr in­ter­es­san­te und in­for­ma­ti­ve Ver­an­stal­tung. Be­son­ders die Vor­trä­ge zu Agen­tic Co­ding, Loop En­gi­nee­ring und si­che­ren Lauf­zeit­um­ge­bun­gen zeig­ten, wie stark sich die Soft­ware­ent­wick­lung ak­tu­ell ver­än­dert. Die vor­ge­stell­ten Kon­zep­te ver­deut­lich­ten, dass KI-Agen­ten in Zu­kunft eine im­mer wich­ti­ge­re Rol­le über­neh­men wer­den und Ent­wick­ler ver­stärkt da­für ver­ant­wort­lich sein wer­den, die rich­ti­gen Rah­men­be­din­gun­gen für de­ren Ein­satz zu schaf­fen. Der Com­mu­ni­ty Day bot da­mit ei­nen span­nen­den Aus­blick auf die zu­künf­ti­ge Ar­beits­wei­se mo­der­ner Softwareentwicklung.

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